Aktuelles von den Wunschgroßeltern

20 Jahre Wunschgroßeltern, 25. 09. 2026

Am Freitag, den 25. September 2026 feierten wir das 20-jährige Jubiläum der Wunschgroßelternvermittlung.
Bürgermeister Dr. Kornblum richtete sein Grußwort an alle Gäste, die neben weiteren Landtags- und Kommunalpolitiker*innen unserer Einladung zu diesem Ehrentag folgten. Viele vermittelte Familien kamen zum Gratulieren und Feiern.

Rita Dippel, die bis zum Jahr 2025 die Wunschgroßelternvermittlung leitete, gab in ihrer Rede einen Einblick in die Historie der Wunschgroßelternvermittlung und Prof. Dr. Okka Zimmermann hielt einen Fachvortrag zum Thema Familienleben im Wandel.
Es folgte ein bunter Nachmittag mit Musik von Amelia Kan, einer Wunschenkeltochter, auf ihrer Violine und der „The Akkordeon Glam Band“ aus der Akkordeonschule Heike Lachetta, die richtig Stimmung machte. Während die Erwachsenen das reichhaltige Kuchenbuffet genossen und in Erinnerungen schwelgten, konnten die Kinder toben und Kinderaktionen wie Schatzsuche und Kinderschminken ausprobieren. Der „Kunstkoffer“ bot Gelegenheit zum Malen und Töpfern.

 

Tag der Senioren, 03. 07. 2026

Der Tag der Senioren lockt jedes Jahr viele Menschen auf den Platz der Deutschen Einheit.
Hier können sich ältere Menschen über ihre Themen informieren oder beraten lassen und in Austausch kommen. Auch das Mütterzentrum präsentierte sich mit den Projekten „Wunschgroßelternvermittlung“, „Netzwerk Gemeinsam wohnen“ sowie dem Projekt „Hybrid Alt und Jung“.
Melanie Moronga und Nina Schenk warben an diesem Informationstag der Stadt Braunschweig gemeinsam mit aktiven Wunschgroßeltern für ihr Projekt. Denn die Nachfrage von Familien ist so hoch, dass wir dringend mehr Senioren für dieses Projekt gewinnen müssen.

 

Die Wunschgroßelternvermittlung beim Giving Circle, 07.05.2026

Am 07.05.2026 fand eine Veranstaltung der besonderen Art statt: Der Giving Circle, ausgerichtet von der Bürgerstiftung Braunschweig e.V. Bei dieser Crowdfunding-Veranstaltung werden drei Projekte aus Braunschweig ausgewählt, die sich vorstellen dürfen, um Spenden für sich zu gewinnen. Das Publikum spendet dann im Bieterverfahren für die jeweiligen Projekte, wobei kreative Bedingungen gestellt werden dürfen. So passiert es hier häufig, dass Spenden versprochen werden, wenn jemand anderes ein Lied vorsingt, einen Witz erzählt, oder ähnliches. Das Projekt Wunschgroßeltern des Mütterzentrums hatte die Ehre, dieses Jahr beim Giving Circle dabei sein und sich vorstellen zu dürfen. So standen neben zwei anderen tollen Projekten (Futter Teresa e.V. und die Tiertafel Braunschweig e.V.) Nina Schenk als Projektleiterin und Melanie Moronga als Leitung des Mütterzentrums im Rampenlicht und präsentierten – mit tatkräftiger Unterstützung von einer Wunschgroßmutter und ihren drei Wunschenkeln ­- das Projekt. Ziel war es, Spenden für eine groß angelegte Werbekampagne zur Werbung neuer Wunschgroßeltern zu sammeln. Außerdem sollten die Spenden für ein Taschengeld für gemeinsame Ausflüge von Wunschgroßeltern mit ihren Wunschenkeln genutzt werden, welches die Wunschgroßeltern bei Bedarf anfragen können.

Durch die großzügigen Spender kamen unglaubliche 11.255€ zusammen, mit denen nun viele Pläne realisiert werden können. Das Mütterzentrum bedankt sich von Herzen bei der Bürgerstiftung Braunschweig e.V., bei allen Spendern und Unterstützern und ganz besonders bei der Wunschgroßmutter Roswitha und ihren Enkeln für ihren Einsatz beim Giving Circle!


Ein Tag bei der Wunschgroßelternvermittlung, mamma mia, 02 2025 

Wie sieht eigentlich ein Tag als Koordinatorin der Wunschgroßelternvermittlung aus?

Ich komme ins Büro, meine Kolleginnen begrüßen mich fröhlich und ich bin gespannt, was der Tag so bringen wird. Heute stehen zwei wichtige Termine an, denn ich habe zwei neue Wunschgroßeltern gefunden und Sie lernen heute die Familien kennen, die ich zu einem erst einmal unverbindlichen Kennenlerngespräch eingeladen habe. Aber vorher gibt es ein wenig organisatorische Arbeit zu erledigen. Ich lese und beantworte erst einmal meine Emails. Neben Terminen zum Netzwerken mit anderen sozialen Einrichtungen und zu Weiterbildungen sind hier wie immer ein paar Emails von Familien, die Unterstützung suchen. Da ist die Mutter, die alleinerziehend ist und Hilfe sucht bei der Mammutaufgabe, Arbeit und drei Kinder unter fünf Jahren zu vereinbaren. Sie schreibt, dass ihre Eltern bereits früh verstorben sind und sie sich auch oft nach jemandem sehnt, den sie um Rat fragen und ihr Herz ausschütten kann, wenn wieder einmal alles zu viel wird. Außerdem habe ich eine Mail im Postfach, die mir besonders das Herz schwer macht. Ein Vater schreibt, dass er sich sehr eine Wunschgroßelternvermittlung wünscht, da seine Frau vor einem halben Jahr plötzlich verstorben ist und daher seine noch relativ kleinen Kinder sehr an ihm hängen. Er erhofft sich von einer Vermittlung, dass er jemanden hat, falls er selbst einmal (zum Beispiel im Krankheitsfall) ausfallen muss. Aber vor allem, weil er sich eine weibliche Bezugsperson für seine Kinder wünscht, möchte er sehr gerne einen Termin zur Aufnahme in die Kartei mit mir ausmachen.

Wie bei allen diesen Anfragen (und mich erreichen davon wöchentlich mehrere), vereinbare ich einen Termin mit den Eltern, muss aber leider immer darauf hinweisen, dass wir händeringend nach neuen Wunschgroßeltern suchen und die Wartezeit für eine Vermittlung leider sehr lang ist. Meistens möchten die Eltern trotzdem aufgenommen werden und nach diesem Strohhalm greifen.

Nachdem diese Emails beantwortet sind, kümmere ich mich um die Organisationen, die ich mir in regelmäßigen Abständen neu heraussuche, wo ich für die Wunschgroßeltern werben kann. Dies sind alle Bereiche, wo ich möglichst viele Menschen ab 50 erreichen kann. Ich versende ein paar Mails, in denen ich das Projekt Wunschgroßeltern kurz vorstelle und darum bitte, einmal die Möglichkeit zu bekommen, in einer Veranstaltung oder auch einfach im Foyer einen Infostand zu errichten oder einfach kurz ein paar Worte zu sagen.

Nun ist das Organisatorische geschafft und ich bereite die beiden Vermittlungstreffen vor. Hier führe ich erstmals eine Familie mit einer Wunschgroßelternpartei zusammen. Diese kann aus einer Großmutter, einem Großvater oder einem Paar bestehen. Heute kommt als erstes eine Großmutter, die ich mit einer alleinerziehenden Mutter und ihrem sechsjährigen Sohn zusammenbringen möchte. Nachdem ich den Raum mit Getränken vorbereitet habe, kommen die Gäste. Sie begrüßen sich freudig, nur das Kind versteckt sich noch schüchtern hinter seiner Mama. Sie erzählt, dass er oft schüchtern ist und die Großmutter versucht, im Laufe des Gespräches, immer wieder den Kontakt zum Kind aufzubauen. Nach kurzer Zeit taut das Kind auf und er fragt bald mit leuchtenden Kinderaugen, ob er mit der Großmutter auch einmal einen Ausflug auf seinen Lieblingsspielplatz machen kann. Plötzlich sind sowohl Großmutter als auch Kind Feuer und Flamme und planen, was sie gerne einmal zusammen machen würden. Der Blick der Mutter trifft meinen und sie nickt mir zufrieden lächelnd zu.

Bald darauf ist das Gespräch beendet und wir kommen überein, dass ich mich am nächsten Tag bei beiden Parteien einzeln melde, wo wir besprechen, ob beide offen für ein zweites Treffen sind. Danach würden wir dann schauen, ob wir die Vermittlung offiziell machen und die dann Wunschfamilie trifft sich in Zukunft selbstständig und hat mich weiterhin als Ansprechpartnerin, falls es Gesprächsbedarf gibt.

Direkt im Anschluss kommt die zweite Familie, die heute ihren von mir auserwählten Wunschgroßvater kennenlernen möchte. Das Kind ist schon etwas älter und geht in die Schule, es stand schon viele Jahre auf der Warteliste für die Wunschgroßeltern. Der Großvater hat auch eigene Enkel, sie wohnen aber etwas weiter weg und er möchte gerne noch einen Nachmittag in der Woche für ein Ehrenamt nutzen, weshalb er sich bei mir gemeldet hat. Das Gespräch verläuft gut, alle stellen sich vor und vor allem das Kind betont, wie gerne es einen Großvater hätte, lebt ihr eigener doch in einem anderen Land. Die Chemie scheint zu stimmen, alle haben ein gutes Gefühl bei der Vermittlung. Am Ende des Gesprächs verabschieden sich alle voneinander. Das Kind schüttelt dem Großvater die Hand und sagt: „Ich bin mir sicher, dass Sie genau der richtige Großvater für mich sind.“

Nachdem alle gegangen sind, räume ich den Raum wieder auf und mache alles für meinen Feierabend bereit. Und das war mein Tag als Wunschgroßelternvermittlerin.

Über mich

Hallo ihr Lieben, ich bin Nina Schenk, 33 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern (6 und 8 Jahre). Nach meinem Sonderpädagogik-Studium in Würzburg bin ich wieder hier in die Region Braunschweig gezogen, in der ich auch aufgewachsen bin. Nach meiner Zeit als Mutter und Hausfrau, wo ich nebenbei einen Etsy-Shop geführt habe, habe ich mich wieder nach einer Arbeit im pädagogischen Kontext gesehnt, weshalb ich mich beim Mütterzentrum beworben habe. Nun leite ich seit September die Wunschgroßelternvermittlung und auch die Babygruppen, wobei ich sehr viel Spaß habe. Das Thema mentale Gesundheit als Mutter liegt mir sehr am Herzen und ich freue mich sehr, nun in diesem Bereich tätig sein zu dürfen.